Die Industriebahn Tegel—Friedrichsfelde. Eine Zeitreise zu einer längst vergangenen Strecke vorgestellt von Michael Bayer www.gleistod.de und Lars Molzberger www.kremmener-bahn.net. Online und die ITF Reinickendorf als Buch.

 

Winterliche Ruhe auf der ITF zwischen Ziekowstraße und Steinbergpark. Februar 1988 Foto Lars MolzbergerSie war als Ersatz für den geplanten Nordkanal, dem Pendant zum Teltowkanal, geplant und ausgeführt. Auf 26 km Länge verband sie die nördlichen Gemeinden des Landkreises Niederbarnim in den heutigen Bezirken Reinickendorf, Pankow-Weißensee und Lichtenberg.

Die Industrie erkannte das Potential der Bahn und siedelte sich an der Strecke an. Die Waggonbaufabrik Max Hensel, Ried & Sohn, Ziehl Abegg, Deutsche Niles Werke waren die größten Industriebetriebe an der Strecke. Und ein Geheimdienst. Ja, Sie lesen richtig, ein Geheimdienst: Das Ministerium für Eigenwerbung der NEB für die Nutzung der ITF. 1930er Jahre. Sammlung Sigurd HilkenbachStaatssicherheit der DDR war ein Anschlussinhaber an der ITF. Die Wagenladungen waren aber sehr profan: Versorgungsgüter für das Sperrgebiet Hohenschönhausen. Diese Website ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Kiezhistoriker Michael Bayer und Lars Molzberger. Michael Bayer ist für den Reinickendorfer Bereich der ITF zuständig, während Lars Molzberger den östlichen Teil von Pankow bis Lichtenberg sein Aufgabengebiet nennt.

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ITF BUE Tgl 1960 05 05Hätten Sie den Ort erkannt? Es ist die Schloßstraße in Berlin-Tegel am 5. Mai 1960. Bereits zwei Jahre zuvor war der Straßenbahnbetrieb der Linien 28 und 29 eingestellt worden. Der schienengleiche Übergang zwischen Industrie- und Straßenbahn wurde damit obsolet. Die 91 693 des Bw Pankow befährt aus Richtung Weißensee kommend mit ihren Güterwagen den Bahnübergang Schloßstraße und erreicht gleich danach den Bahnhof Tegel Hafen. Und sehr wahrscheinlich nach dem Richtungswechsel (Kopfmachen) wieder auf dem im Bild rechts neben dem Jungen mit Fahrrad verlaufenden Gleis Richtung Güterbahnhof Tegel.